Szenische Lesung für Schülerinnen und Schüler

Am 27. Januar eines jeden Jahres gedenken wir in Hamburg und weltweit der Opfer des Nationalsozialismus. Der Tag wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog auf dieses Datum gelegt, weil am 27. Januar 1945 Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreiten.

Aus diesem Grund veranstaltet die Hamburgische Bürgerschaft seit mehr als 15 Jahren um den 27. Januar herum die szenischen Lesungen, seit 2013 auch in Sondervorstellungen für Schülerinnen und Schüler. Diese Dokumentarstücke, die der Künstler und Theatermacher Michael Batz schreibt, schildern die Leidensgeschichten der Frauen, Männer und Kinder, die während der NS-Diktatur ermordet wurden. Darüber hinaus beschäftigen sie sich auch mit der Frage, wie nach 1945 die NS-Verbrechen aufgearbeitet wurden.


In diesem Jahr lautet der Titel der szenischen Lesung: Zyklon B - Der Prozess der britischen Militärbehörden gegen den Inhaber und die leitenden Mitarbeiter der Hamburger Firma Tesch & Stabenow.


Sie behandelt den ersten der zahlreichen Kriegsverbrecher-Prozesse, den die britische Militärregierung im Hamburger Curiohaus im Jahre 1946 stattfinden ließ. Angeklagt waren der Inhaber der Firma „Tesch & Stabenow, Internationale Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung m.b.H.", Dr. Bruno Tesch, sein Prokurist Karl Weinbacher und der Begasungstechniker Dr. Joachim Drosihn. Das Unternehmen verfügte über die Lizenz zum Vertrieb des Blausäure-Giftgases „Zyklon B“, mit dem üblicherweise Schiffsräume, Lager und Baracken desinfiziert wurden. Das Militärgericht kam zu der Überzeugung, dass Tesch und Weinbacher das Gas bewusst geliefert hatten, damit es zur Massenvernichtung von Menschen, vor allem im Konzentrationslager Auschwitz, verwendet werden konnte.


In diesem Jahr finden wegen der großen Nachfrage zwei Sonderaufführungen für Schülerinnen und Schüler am Donnerstag, 26. Januar 2017 um 10 Uhr und um 12 Uhr statt (bereits ausgebucht). Wenn Sie Interesse an dem Besuch einer zukünftigen Schüler-Vorstellung haben, so wenden Sie sich bitte an veranstaltungen@bk.hamburg.de.

Die Stücke beruhen auf Originalakten und Gesprächsprotokollen aus zahlreichen Archiven.