Szenische Lesung für Schülerinnen und Schüler

Am 27. Januar eines jeden Jahres gedenken wir in Hamburg und weltweit der Opfer des Nationalsozialismus. Der Tag wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog auf dieses Datum gelegt, weil am 27. Januar 1945 Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreiten.

Aus diesem Grund veranstaltet die Hamburgische Bürgerschaft seit mehr als 15 Jahren um den 27. Januar herum die szenischen Lesungen, seit 2013 auch in Sondervorstellungen für Schülerinnen und Schüler. Diese Dokumentarstücke, die der Künstler und Theatermacher Michael Batz schreibt, schildern die Leidensgeschichten der Frauen, Männer und Kinder, die während der NS-Diktatur ermordet wurden. Darüber hinaus beschäftigen sie sich auch mit der Frage, wie nach 1945 die NS-Verbrechen aufgearbeitet wurden.


Die nächste szenische Lesung findet statt am 


Donnerstag, den 25. Januar 2018, um 10 Uhr,
im Rathaus - Großer Festsaal
Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg


unter dem Titel: "HÖRT DAMIT AUF!" Aus den Erinnerungen der ehemaligen Oberstaatsanwälte Jochen Kuhlmann und Dr. Udo Löhr an Hamburger NS-Verfahren.


Die szenische Lesung behandelt die Geschichte der juristischen Aufarbeitung und Strafvergeltung von Kriegs- und NS-Verbrechen, die bis in die Gegenwart noch nicht völlig abgeschlossen ist. Über die moralische und symbolische Bedeutung solcher Verfahren hinaus werden auch juristische Grundfragen über individuelle Schuld und Sühne weiterhin diskutiert. 


Nach den früh einsetzenden Prozessen alliierter Militärgerichte stieß die Aufklärung staatlich organisierter NS-Morde in beiden deutschen Staaten der Nachkriegszeit auf kein primäres Interesse. Erst ein gesellschaftlicher Generationswechsel Ende der 1950er-Jahre leitete eine justizpolitische Wende ein, die in Hamburg zur Einrichtung einer speziellen Abteilung (NSG - Nationalsozialistische Gewaltverbrechen) in der Staatsanwaltschaft führte. 


Zu den letzten Angehörigen dieser Abteilung zählten die ehemaligen Oberstaatsanwälte Jochen Kuhlmann und Dr. Udo Löhr. Ihre Erfahrungen und Erinnerungen aus vielen Jahren äußerst schwieriger Tätigkeit – etwa das Verfahren gegen Dr. Ludwig Hahn, ehemaliger SS-Standartenführer, als Kommandeur des Sicherheitsdienstes (SD) mitverantwortlich für die endgültige Räumung des Ghettos in Warschau 1943 - werden in dem Dokumentarstück „HÖRT DAMIT AUF!“ verdichtet. Die anschaulichen Berichte geben einen unmittelbaren Einblick in zuweilen kaum auszuhaltende Widersprüche zwischen vollbrachten Taten und ihrer späteren rechtlichen Behandlung.


Die Informationen zur szenische Lesung finden Sie auch auf einen Blick im PDF "HÖRT DAMIT AUF!" (2,9 MB).


Wenn eine Schulklasse oder einzelne Jugendliche Interesse an dem Besuch dieser Schüler-Vorstellung haben, so wenden Sie sich bitte an veranstaltungen@bk.hamburg.de.

Die Stücke beruhen auf Originalakten und Gesprächsprotokollen aus zahlreichen Archiven.