Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus: Szenische Lesung live im Internet

Im Jahr 1998 inszenierte der Hamburger Künstler Michael Batz die erste szenische Lesung aus Anlass des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus im Auftrag der Hamburgischen Bürgerschaft. Dabei widmet er sich in jedem Jahr unterschiedlichen Aspekten der NS-Diktatur. In der Inszenierung „Hört damit auf!“ zum 20-jährigen Bestehen dieses bundesweit einzigartigen Veranstaltungsformats geht es um die Abteilung „Nationalsozialistische Gewaltverbrechen – NSG“ der Hamburger Staatsanwaltschaft. 


Die Bürgerschaft überträgt die Inszenierung am Donnerstag, den 25. Januar, ab 18 Uhr erstmals live auf ihrer Live-Stream-Seite. Die Übertragung beginnt mit einer Ansprache durch die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft Carola Veit.


Nach den früh einsetzenden Prozessen alliierter Militärgerichte stieß die Aufklärung staatlich
organisierter NS-Morde in beiden deutschen Staaten der Nachkriegszeit auf kein besonderes Interesse. Erst ein gesellschaftlicher Generationswechsel Ende der 1950er-Jahre leitete eine justizpolitische Wende ein, die in Hamburg zu Beginn der 1970er-Jahre zur Einrichtung der NSG-Abteilung in der Staatsanwaltschaft führte.


Zu den letzten Angehörigen dieser Abteilung zählten die ehemaligen Oberstaatsanwälte Jochen Kuhlmann und Dr. Udo Löhr. Ihre Erfahrungen und Erinnerungen aus vielen Jahren äußerst schwieriger Tätigkeit werden in dem Dokumentarstück verdichtet. Die anschaulichen Berichte geben einen unmittelbaren Einblick in zuweilen kaum auszuhaltende Widersprüche zwischen vollbrachten Taten und ihrer späteren rechtlichen Behandlung.


Als Sprecherinnen und Sprecher treten Jantje Billker, Isabella Vértes-Schütter, Tommaso
Cacciapuoti und Andreas Grötzinger auf. Die musikalische Untermalung kommt von Jakob Neubauer und Edgar Herzog.


Link zum Live-Stream: www.hamburgische-buergerschaft.de/buergerschaft-live/