Erntezeit am Stintfang: Am Samstag, 5. September, hat Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit gemeinsam mit den ehrenamtlichen Stintfang-Winzer:innen die Trauben des Weinbergs oberhalb der St. Pauli-Landungsbrücken geerntet. Die 99 Rebstöcke der Sorte Regent waren im Frühjahr 2022 neu gepflanzt worden, nachdem der ursprüngliche Weinberg wegen der Bauarbeiten an der S- und U-Bahnanlage Landungsbrücken weichen musste.
Für die jungen Reben war es die zweite Ernte. Im vergangenen Jahr waren die Pflanzen noch zu jung, um die Trauben zu Wein zu verarbeiten; aus der Ernte wurden 154 Gläser Stintfang-Gelee hergestellt. In diesem Jahr reicht die Reife der Rebstöcke erstmals für die Weinproduktion: Aus den roten Regent-Trauben soll der Hamburger Stintfang Rotwein entstehen. Damit löst der neue Jahrgang das bisherige „Hamburger Stintfang Cuvée“ ab.
Einer der nördlichsten Weinberge
Der Weinberg am Stintfang ist eine Schenkung der Winzer des Stuttgarter Weindorfes an die Hamburgische Bürgerschaft. Er wurde 1995 zunächst mit 50 Rebstöcken angelegt und 2005 und 2010 erweitert. Seit 2022 stehen dort wieder 99 Rebstöcke. Zehn ehrenamtliche Stintfang-Winzer:innen kümmern sich um den Weinberg und die Ernte.
Die Tradition der Weinlese am Stintfang reicht bis 1996 zurück. Bis 2019 wurden die Trauben unter der Federführung des Stuttgarter Weinbaumeisters Fritz Currle geerntet und zur Verarbeitung nach Stuttgart gebracht. Dort werden sie von seiner Tochter, der Weinbaumeisterin Christel Currle, gepresst und verarbeitet. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 2024 unterstützt sie die Stintfang-Winzer:innen weiterhin bei der Weinproduktion.
Der Weinberg umfasst rund 500 Quadratmeter und wird über eine Tröpfchen-Bewässerungsanlage versorgt. Eine Ernte ergibt in der Regel etwa 20 bis 50 Flaschen mit jeweils 0,375 Litern. Der Wein ist nicht im Handel erhältlich, sondern wird zu besonderen Anlässen verschenkt oder für einen guten Zweck versteigert.