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Abschied von Dr. Martin Willich

Trauerfeier Willich
© Hamburgische Bürgerschaft/Constanze Schneider
06. Februar 2026 Mit einer bewegenden Trauerfeier im Michel hat die Stadt sich vom ehemaligen Bürgerschaftspräsidenten Dr. Martin Willich verabschiedet. Er war im Januar im Alter von 80 Jahren verstorben.

Ein Blick in die Sitzreihen der St. Michaeliskirche am Freitag machte deutlich: Dr. Martin Willich hat Hamburg nicht nur als Parlamentarier, sondern als Medienmanager und Verfassungsrichter und vor allem als Mensch geprägt. Hunderte Weggefährt:innen fanden den Weg in die Hauptkirche, um den ehemaligen CDU-Politiker zu würdigen – darunter neben Familie und Freundeskreis auch Hamburger Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Medien, Kirche und Wirtschaft.

Im religiösen Teil der Trauerfeier fanden Willichs Tochter Carolin und Hauptpastor Alexander Röder bewegende Worte für den Verlust. Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit drückte ihre Anteilnahme aus und würdigte im Namen der Bürgerschaft Willichs Engagement für die Hansestadt.

„Hamburg verliert einen überzeugten Demokraten"

„Hamburg verliert einen überzeugten Demokraten, der seinen Worten auch Taten folgen ließ und sich über Jahrzehnte für das Gemeinwohl engagierte. Martin Willich war ein Netzwerker im besten Sinne – jemand, der Brücken baute, offen auf Menschen zuging, sie miteinander ins Gespräch brachte – und sie mit seinem feinen Humor für sich gewinnen konnte. Bodenständig, nahbar und mit dem Herz am rechten Fleck.“

Auch Johannes Züll, als Geschäftsführer von Studio Hamburg einer der Nachfolger von Martin Willich, hielt eine Gedenkrede. 

Prägend in Politik und Gesellschaft

Dr. Martin Willich, geboren am 24. April 1945 in Erfurt, studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung und dem Wehrdienst Rechtswissenschaften an der Universität Hamburg und promovierte 1978 zum Dr. jur. Bereits 1965 trat er der CDU bei. Von 1970 bis 1974 war er Mitglied der Bezirksversammlung Wandsbek, anschließend gehörte er von 1974 bis 1995 der Hamburgischen Bürgerschaft an. In dieser Zeit arbeitete er unter anderem im Rechts-, Innen- und Verfassungsausschuss und übernahm zweimal das Amt des Bürgerschaftspräsidenten.

Neben seiner parlamentarischen Tätigkeit war Willich viele Jahre auch außerhalb der Politik prägend. Von 1984 bis 2011 leitete er als Geschäftsführer die Studio Hamburg GmbH und gestaltete die Entwicklung des Medienstandorts Hamburg maßgeblich mit. Im Jahr 2005 wurde er auf Vorschlag der CDU-Fraktion zum Richter des Hamburgischen Verfassungsgerichts gewählt, dem er bis 2017 angehörte. Darüber hinaus engagierte er sich in zahlreichen wirtschaftlichen und kulturellen Gremien der Stadt.