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81 Jahre Kriegsende: Bürgerschaft erinnert an Befreiung

Nahaufnahme Helga Melmed vor einem Mikrofon, im Hintergrund unscharf Carola Veit
© Hamburgische Bürgerschaft/Michael Zapf Zeitzeugin Helga Melmed hält eine Festrede anlässlich des Gedenkens an 81 Jahre Kriegsende.
06. Mai 2026 Mit einer Feierstunde hat die Hamburgische Bürgerschaft an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa erinnert. Im Mittelpunkt stand die bewegende Zeitzeugenperspektive der Holocaust-Überlebenden Helga Melmed.

Mit einer Feierstunde vor Beginn der Plenarsitzung hat die Hamburgische Bürgerschaft am Mittwoch an die Befreiung vom Nationalsozialismus und das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa vor 81 Jahren erinnert.

Zeitzeugin berichtet von Verfolgung und Überleben

Im Mittelpunkt der Feierstunde stand die Holocaust-Überlebende Helga Melmed. Sie wurde als Kind deportiert, ihre Eltern wurden im Ghetto Lodz/Litzmannstadt ermordet. Melmed selbst überlebte mehrere Konzentrationslager, darunter auch das KZ Neuengamme.

Helga Melmed, Holocaust-Überlebende, sagte: „Für mich bedeutet Freiheit, eine Wahl zu haben und wählen zu dürfen. Demokratie ermöglicht diese Freiheit. Doch Demokratie ist zerbrechlich. Es gab schon immer Menschen, die dies ausnutzen, und es erfordert Mut, für Gleichheit einzustehen. Und es braucht Gesetze, um die Freiheit für alle zu schützen." Weiterhin forderte sie jeden auf, kluge Entscheidungen zu treffen: "Unsere Entscheidungen heute werden sich auf die kommenden Generationen auswirken. Lernt voneinander, anstatt einander zu hassen. Liebe ist nicht nur besser als Hass, Liebe ist auch stärker als Hass.“

Ihre Geschichte steht stellvertretend für das Schicksal vieler Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt und ermordet wurden. 

Hier finden Sie die ganze Rede von Helga Melmed.

Verantwortung für Erinnerung und Demokratie

Zu Beginn der Feierstunde sprach Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit. Sie betonte die Bedeutung des Gedenkens für die Gegenwart und Zukunft.

Wir tragen die Verantwortung dafür, dass Berichte von Zeitzeug:innen und ihre Erfahrungen erhalten bleiben. Obwohl wir uns so lange alle gemeinsam das vereinte „nie wieder“ beschworen haben, nehmen Nationalismus und Antisemitismus, Rassismus und Verschwörungserzählungen auch hierzulande erschreckend zu.", so Präsidentin Carola Veit. "Der jahrzehntelange Konsens, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, bröckelt. Im Netz wird der Nationalsozialismus verharmlost, Angriffe auf Gedenkstätten und Übergriffe auf Jüd:innen nehmen zu." Sie betont die Bedeutsamkeit, nicht zu vergessen: "Gedenkarbeit ist jetzt wichtiger denn je! Wenn wir diese Verantwortung übernehmen, können wir unsere friedliche und freiheitliche Gesellschaft beschützen und damit die wichtigste Errungenschaft nach Ende des Zweiten Weltkriegs: die unantastbare Menschenwürde.“

Hier finden Sie die ganze Rede von Präsidentin Carola Veit.

Der 8. Mai 1945 markiert einen historischen Wendepunkt: das Ende von Krieg und Gewaltherrschaft sowie den Beginn von Frieden und Demokratie in Deutschland und Europa. Mit dem jährlichen Gedenken würdigt die Bürgerschaft die Befreienden und erinnert zugleich an die Opfer des Nationalsozialismus.

Die ganze Gedenkstunde im Plenarsaal als Video