Am Montag präsentierte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit gemeinsam mit dem Staatsrat der Senatskanzlei Jan Pörksen, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern Christoph de Vries sowie Vertreter:innen der Jüdischen Gemeinde Hamburg und der Stiftung Bornplatzsynagoge dem Berliner Publikum den Entwurf, der sich im Wettbewerb um den Wiederaufbau der Hamburger Synagoge durchgesetzt hat. Insgesamt 25 nationale und internationale Planungsteams hatten mit ihren Ideen teilgenommen – gewonnen hat das Team aus den Büros Schulz und Schulz Architekten (Leipzig), Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten (beide Berlin).
Bei der Vorstellung des Entwurfes in der Bundeshauptstadt stand die Vernetzung der Gäste sowie die Gelegenheit zum Austausch über das Projekt im Vordergrund.
„Jahrzehntelang haben wir als Stadt die jüdische Gemeinde mit ihrem Schmerz um die Zerstörung der Bornplatzsynagoge und von jüdischem Leben in Hamburg nicht gehört. Seit fünf Jahren gehen wir gemeinsam den Weg, diesen zentralen Ort jüdischen Lebens mit einer wiedererbauten Bornplatzsynagoge an die jüdische Gemeinschaft zurückgeben. Nach der positiven Machbarkeitsstudie ist der Abschluss des Wettbewerbs ein weiterer Meilenstein. Als nächstes soll der Rückbau des Nazi-Bunkers in Angriff genommen werden. Damit signalisieren wir über Landesgrenzen hinweg: Jüdisches Leben gehört zu unserer Heimatstadt“, so Präsidentin Carola Veit.
Bilder des Modells stehen unter folgendem Link zum Download zu Verfügung: https://share.skyfish.com/sh/gb6vpl59/1ad00392/2567253
Bildrechte: Büro Schulz und Schulz Architekten mit Haberland Architekten und POLA Landschaftsarchitekten
Hintergrund
Die ehemalige Synagoge am Bornplatz zählte zu den größten Synagogen Deutschlands. Sie war mehr als 30 Jahre religiöses, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der Jüdischen Gemeinde in Hamburg und prägte das Stadtbild durch ihren neoromanischen Stil und ihre freistehende Lage im Stadtraum. Die markante, rund 40 Meter hohe Kuppel des Baus war prägender Teil der Silhouette Hamburgs. Nach der Schändung und Plünderung im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurde sie von den Nazis abgebrochen, die Kosten musste die Jüdische Gemeinde tragen und im Anschluss das Grundstück an die Stadt übertragen. Ein zentraler Ort jüdischen Lebens in Hamburg ging verloren.
In der Jüdischen Gemeinde in Hamburg und in der Stadt ist der starke Wunsch entstanden, die Synagoge wiederaufzubauen. Die Hamburgische Bürgerschaft und der Senat haben bereits 2020 ihre Unterstützung für dieses Vorhaben erklärt. Mit der Drs. 21/19916 hatte das Landesparlament im Februar 2020 einen einstimmigen Beschluss gefasst, in dem es sich zu dem Ziel bekannte, „das jüdische Leben in Hamburg sichtbarer zu machen und (…) die Forderung nach Wiedererrichtung einer repräsentativen Synagoge am ehemaligen Standort der Bornplatzsynagoge“ zu unterstützen. Im September 2023 beschloss die Bürgerschaft unter anderem die Rück-Übertragung des Eigentums der Flurstücke 1566 und 1593 der Gemarkung Rotherbaum an die Jüdische Gemeinde in Hamburg und den Rückbau des Hochbunkers.