
Presseinformation
05.05.2009
48 Schautafeln erinnern an Verfolgung homosexueller Opfer des NS-Regimes
Hamburgische Bürgerschaft lädt ein zur Ausstellung im Hamburger Rathaus
„Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919 – 1969“ lautet der Titel der Ausstellung der Hamburger Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer“, die am
Donnerstag, 7. Mai,
um 18.00 Uhr
im Kaisersaal des Rathauses
vom Präsidenten der Hamburgischen Bürgerschaft, Berndt Röder, eröffnet wird. Es ist die dritte Station in Hamburg nach der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky (2007) und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme (2008).
Für das Rathaus wurde ein Viertel der insgesamt 48 Schautafeln durch neue Forschungsergebnisse ergänzt. Zudem kamen neue Themen hinzu wie zum Beispiel die Deportation jüdischer Homosexueller vom Hannoverschen Bahnhof und die Verfolgung homosexueller Regimegegner, Deserteure und Pazifisten. Drei Schicksale: Alice Ascher, die Privatsekretärin des Bankiers Max Warburg, wurde mit ihrer Lebensgefährtin Margot Doctor am 6. Dezember 1941 nach Riga deportiert, wo sich ihre Spuren verlieren. Der Pazifist Erich Drabsch erhielt eineinhalb Jahre Zuchthaus für den Versuch, sich der Wehrpflicht zu entziehen. Am 11. März 1945 kam er im KZ Buchenwald zu Tode.
Die Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in die Lebenssituation homosexueller Frauen und Männer aus Hamburg in der Weimarer Republik, unter dem Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik bis 1969. Begleitend zur Ausstellung finden Führungen, Lesungen etc. statt, zum Beispiel im Untersuchungsgefängnis Holstenglacis oder in der ehemaligen Gestapo-Zentrale an der Stadthausbrücke.
Bis heute erinnern in der Hansestadt 164 Stolpersteine an Einzelschicksale dieser Verfolgtengruppe. Bald werden es 256 sein – so viele wie in keiner anderen Stadt.
Dauer der Ausstellung: 7. bis 28. Mai 2009.
Öffnungszeiten: Mo–Fr 10–19 Uhr, Sa 10–17 Uhr, So 10–16 Uhr, am 21. Mai geschlossen.
Eintritt frei
Das ausführliche Begleitprogramm zur Ausstellung ist u. a. in den Öffentlichen Bücherhallen und in der Landeszentrale für politische Bildung erhältlich. Das gleichnamige Buch zur Ausstellung „Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919–1969“ ist im Buchhandel für 24,80 € erhältlich.
Selbstverständlich stellt die Initiative honorarfreies historisches Fotomaterial zur Verfügung.
Kontakt:
Ulf Bollmann, Initiative Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer, Tel.: 040 85105044, mobil: 0176 48141463, E-Mail: ulf.bollmann@gmx.de
http://www.hamburg-auf-anderen-wegen.de/stolpersteine/
Zeitpunkt: 07.05.2009, 18:00 Uhr
Ort: Rathaus, Kaisersaal
Verantwortlich: Ulfert Kaphengst, Pressesprecher der Hamburgischen Bürgerschaft.
Rückfragen unter (040) 428 31 -24 08.